Mit dem Ausbau des Kraftwerks Kappelerhof verlieren die Kanuten interessante Fahrstrecken. Als Ersatz wird die bestehende Slalomstrecke zwischen Oederlinareal und den Grossen Bädern ausgebaut.
«Solange nicht mehr als rund 65 Kubikmeter Wasser pro Sekunde (m3/s) die Limmat hinunter fliessen, können wir arbeiten», sagt Thomas Hänggli. Steigt der Wasserpegel, wird es kritisch.
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Thomas Hänggli, selber begeisterter Kanufahrer, hat das Projekt für die Slalomstrecke in der Limmat ausgearbeitet. Jetzt leitet er die Bauarbeiten. «Es ist für die Schweiz eine Premiere, bisher fanden die Wettkämpfe auf Naturstrecken statt.» Hänggli ist mit dem Wasser nicht nur sportlich sondern auch beruflich verbunden. Er ist Forstingenieur ETH und arbeitet bei der Abteilung Wasserwirtschaft des Kantons Zürich. Hängglis Projekt, das die Amtsstellen bewilligt haben, sieht 3 Rinnen vor. Die Hauptrinne entlang dem Badener Ufer, eine Mittelrinne und eine Rinne entlang dem Oederlin-Streichwehr. Durch die Hauptrinne wird die Limmat auch künftig ungebremst strömen. «Sie muss auch für die Weidling-Fahrer offen bleiben», sagt Hänggli. Mit Bunen und einer Aufschüttung wird das Badener Ufer besser gesichert. Zwischen den Bunen entstehen Kammern mit ruhigeren Wasserabschnitten. |
![]() Mit Steinen der ehemaligen Schwelle beim Kraftwerk Kappelerhof werden Steingruppen zusammengestellt. |
Momentan sehen die hellen Steingruppen wie Fremdkörper im Fluss aus. «Sie werden sehr bald mit Flussgitterzahnmoos überwachsen sein», sagt Hänggli. Im Flussgitterzahmoos leben Kleintiere, die beispielsweise Wasseramseln oder Bergstelzen als Nahrung dienen. Beide Vögel sind an der Limmat heimisch. Wenn die Bagger durch die Limmat fahren, lässt sich der unterschiedliche Flussgrund erkennen. Vor allem wenn er über den leichter verwitternden Opalinuston fährt, verfärbt sich das Wasser graubraun. Weniger Spuren hinterlassen die härteren Kalksteine.
Nationale Trainingsstrecke
Die Slalomanlage ist rund 250 m lang. Sie umfasst zirka 20 Tore. Diese sind an Seilen aufgehängt, die über die Limmat gespannt sind. 1978 haben die Clubs die Anlage in Betrieb genommen, seit 1990 trainiert dort auch das Nationalkader.
Mit einer Einsprache gegen den Ausbau des Kraftwerks Kappelerhof hatten sich die Kanuclubs vor 10 Jahren in die Bewilligungsverhandlungen eingeschaltet. 1998 konnten sie mit der Limmatkraftwerke AG (LKW) eine Vereinbarung für Ausgleichsmassnahmen. Mit dem Kraftwerksausbau verschwindet die Schwelle auf der Höhe des Maschinenhauses und das Unterwasser des Kraftwerks wird ebenfalls beeinträchtigt. Die LKW ist eine Tochter der Regionalweke AG Baden und der AEW Energie AG.
Wieder mehr Gefälle
Der kleinere Bagger arbeitet an Kanalzulauf des Kraftwerks Oederlin. Die an das betonierte Streichwehr anschliessende Schwelle aus grossen Steinblöcken war in den letzten Jahren teilweise weggeschwemmt worden. Damit ging dem Kraftwerk Wasser verloren. Jetzt wird die Schwelle wieder zum Badener Ufer hin verlängert. «Damit können wir das Gefälle etwas erhöhen» sagt Nico van Zjil von der Proma Energie AG. Mit dem Neubau des Kraftwerks Kappelerhof kommt es für das Kraftwerk Oederlin zu einem höheren Einstau und damit zu einem Leistungsverlust. Im Kleinkraftwerk Oederlin produzieren 2 Turbinen rund 100 Kilowatt (kW) Elektrizität. Die Produktion hängt direkt vom Gefälle, also der Niveaudifferenz zwischen Ober- und Unterwasser ab. (mz/dmi/bgu)